Bei der UEFA reift eine große Reform. Der europäische Fußballverband plant, das System der Qualifikationsspiele für die wichtigsten internationalen Turniere – die Welt- und Europameisterschaft – grundlegend zu überarbeiten. Anlass sind besorgniserregende Signale: Das Interesse der Fans und Fernsehsender an den Qualifikationsrunden geht deutlich zurück. Wie bekannt wurde, hat der Verband eine spezielle Arbeitsgruppe des Komitees für Nationalmannschaften eingesetzt, die neue Modelle entwickeln soll, um die Spannung und Attraktivität der Turniere zurückzubringen. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Warum die UEFA das Format ändern will
Die Verantwortlichen bei der UEFA geben zu: Die traditionellen Qualifikationsrunden haben an Reiz verloren. Viele Spiele verlaufen ohne Spannung, und der Leistungsunterschied zwischen starken und schwächeren Teams wird immer größer. Nach Medienberichten wurde das Thema bei einem Treffen der Generalsekretäre der 55 europäischen Verbände in Málaga ausführlich diskutiert. Dort wurden zwei zentrale Konzepte besprochen – die Stärkung der Nations League oder die Einführung des sogenannten „Schweizer Systems“, das bereits in Klubwettbewerben Anwendung findet.

Derzeit prüft die UEFA die Vor- und Nachteile beider Modelle, insbesondere deren Auswirkungen auf die TV-Einnahmen und das Faninteresse.
Die Hauptgründe für die geplante Reform:
- Rückgang der Einschaltquoten bei Qualifikationsspielen;
- zu geringe sportliche Konkurrenz zwischen den Teams;
- Notwendigkeit, das Faninteresse und die Spannung zu erhöhen.
Die Nations League als Grundlage eines neuen Systems
Nach dem Beispiel des Frauenfußballs, in dem die Nations League seit 2023 als Basis für die Qualifikation zu EM, WM und Olympischen Spielen dient, erwägt die UEFA, dieses Modell auch auf die Männerwettbewerbe auszuweiten.
Vorteile dieses Ansatzes:
- kürzere und dynamischere Turniere;
- höhere sportliche Motivation und mehr Spannung;
- potenziell steigende Einnahmen durch attraktivere Begegnungen.
Dennoch birgt das Modell Risiken. Das Auf- und Abstiegssystem zwischen den Divisionen könnte die Zahl der Spiele zwischen Topteams und Underdogs verringern – Begegnungen, die für kleinere Verbände oft die wichtigste Einnahmequelle darstellen.
Alternative – das Schweizer System
Ein zweites Konzept, das innerhalb der UEFA zunehmend Unterstützung findet, ist die Einführung des Schweizer Systems. Dieses Format wurde bereits in den neuen Versionen der Champions League, Europa League und Conference League getestet. Demnach würden alle 55 Nationalmannschaften sechs bis acht Spiele gegen unterschiedlich starke Gegner bestreiten, die nach Rangliste zugeteilt werden – ohne das traditionelle Prinzip „Hin- und Rückspiel“.
Dieses System würde es jedem Team ermöglichen, sowohl gegen gleichstarke als auch gegen schwächere Gegner anzutreten. Die Ergebnisse fließen in eine gemeinsame Gesamttabelle ein, aus der die besten Teams direkt aufsteigen.
Vorgeschlagene Struktur der Platzvergabe:
- Die besten 12 Teams qualifizieren sich automatisch;
- Die nächsten 8 Teams spielen in den Playoffs um die verbleibenden 4 Plätze.
Befürworter sehen darin eine Chance, die Dynamik der Turniere zu erhöhen, während Kritiker betonen, dass das System im Klubfußball besser funktioniert – dort gibt es mehr Spiele und weniger politische Einflüsse.

Was sich für Fans und Nationalmannschaften ändert
Sollte die UEFA die Reform umsetzen, dürfen sich die Fans auf einen dichteren Spielplan und weniger bedeutungslose Partien einstellen. Die Qualifikation würde an Prestige gewinnen, und die Kämpfe um die Plätze wären weniger vorhersehbar. Die nationalen Verbände müssten ihre Planung und Logistik anpassen, da das Ranglistensystem eine präzise Organisation und langfristige Strategie erfordert.
Eine endgültige Entscheidung könnte in den kommenden Monaten nach Konsultationen mit den Verbänden und Medienpartnern fallen. Ziel der UEFA ist es, das neue System bereits für den nächsten EM-Qualifikationszyklus einzuführen.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Oliveira ist zurück: Wie der Brasilianer Gamrot besiegte und wieder zur UFC-Bedrohung wurde.
