Am 22. September 2025 machten Ranger in der Provinz Kanchanaburi im Westen Thailands eine rührende Entdeckung: Ein winziges, kaum einen Tag altes Elefantenbaby lag verlassen im Unterholz nahe dem Dorf Huai Suea. Die Herde war weitergezogen – und die Mutter, Mae Suksant, hatte ihr Kalb offenbar verstoßen. Zu schwach, zu klein, zu krank, um im dichten Dschungel zu überleben. Vorbereitet von der Redaktion vollveggie.de.
Das Team der Ranger reagierte sofort. Gemeinsam mit buddhistischen Mönchen, Freiwilligen und Tierpflegern zogen sie los, um das Baby zu retten. Sie gaben ihm den Namen Khao Tom – wie das thailändische Reisgericht, das für Trost, Wärme und Kraft steht. Der Name war Programm: Das kleine Elefantenkind sollte kämpfen. Und leben.
Kampf ums Überleben im Dschungel
Auf der Ladefläche eines Pickups wurde das verletzte Kalb in die Forest Protection Unit, eine Wildtierklinik mitten im Regenwald, gebracht. Bei seiner Ankunft war Khao Tom in einem kritischen Zustand: eine Wunde am rechten Hinterbein, kaum Energie, schwache Organe. Bluttests zeigten schwere Probleme mit Leber und Nieren.
Vier Tage später, am 26. September, folgte der nächste Schock – der Blutzucker des Tiers sank auf lebensgefährlich niedrige Werte. Für ein Neugeborenes kann Unterzuckerung tödlich enden.

Doch das Team gab nicht auf. Tierärzte und Pfleger versorgten das Kalb mit Infusionen, Spezialnahrung und wärmender Decken. Sie wachten Tag und Nacht an seiner Seite, dokumentierten jede Reaktion, jeden Atemzug. Jede Stunde, die Khao Tom durchhielt, war ein kleiner Triumph.
Milchflasche, Reisschleim und Hoffnung
In den ersten Tagen bekam Khao Tom Reisschleim – sanft und leicht verdaulich. Später wurde er mit spezieller Säuglingsnahrung gefüttert, rund um die Uhr, auch mitten in der Nacht. Ein gutes Zeichen: Er begann regelmäßig zu urinieren, was auf eine funktionierende Verdauung hinwies.
Tierfreunde aus ganz Thailand halfen. Selbst Elefantenmuttermilch aus dem Wang Chang Lae Paniat Camp in Ayutthaya wurde organisiert. Ranger stützten ihn mehrmals täglich, damit er nicht zu lange lag – denn zu viel Druck auf die inneren Organe könnte gefährlich werden.
Nach und nach zeigten sich Fortschritte. Khao Tom konnte aufrecht sitzen und versuchte, aufzustehen. Das verletzte Bein trug ihn noch nicht, aber der Wille war unübersehbar.


Wenn Mutterliebe stärker ist als der Instinkt
Dann geschah etwas, was selbst erfahrene Ranger sprachlos machte: Wie die Zeitung „Thai Examiner“ berichtete, hat sich Elefantenmutter Mae Suksant von ihrer Herde getrennt – offenbar auf der Suche nach ihrem Kalb. Die Natur schreibt manchmal ihre eigenen Geschichten. Und diese endet vielleicht mit einem Wiedersehen.
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