Frankfurt (Hessen) – Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen Martin K. (56) begonnen, einem Akademiker mit bürgerlichem Lebenslauf und beruflichem Erfolg, der laut Generalstaatsanwaltschaft ein Doppelleben führte. Die Ermittler werfen ihm vor, mehr als 150.000 Missbrauchsdateien besessen und unter Decknamen wie „Stifler‘s Mom“ oder „Der Ständer“ in einschlägigen Darknet-Foren stundenlang nach neuem Material gesucht zu haben. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion. Die Bilder wurden von der Website verwendet bild.de.
Zum Auftakt machte der Angeklagte reinen Tisch. „Ich gestehe vollumfänglich“, sagte der Deutsche, der ledig ist und keine Kinder hat. Die Vorwürfe umfassen den Zeitraum von Mai 2022 bis Anfang dieses Jahres. Laut Staatsanwaltschaft soll K. das Material nicht nur gespeichert, sondern teilweise auch anderen Nutzern zur Verfügung gestellt haben. Die Dateien zeigten Mädchen im Alter zwischen 3 und 13 Jahren. Vor Gericht erklärte K.: „Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man im Internet finden kann.“ Es gebe „keine Entschuldigung, weil das so widerlich ist“.
Vor der Entwicklung seiner Sucht habe bei K. zunächst der Konsum legaler Online-Pornografie gestanden. Irgendwann sei „ein Punkt gekommen, an dem es nicht mehr gereicht hat“, sagte er. Die Dateien seien so verstörend gewesen, dass er „verdrängt habe, dass es sich dabei um Menschen handelt“. Er bat um Vergebung und sagte, ihm sei es vor allem um das Sammeln gegangen: „Suchen, Herunterladen und Abspeichern.“ Nur wenig habe er tatsächlich angesehen.
Nach Erkenntnissen der Ermittler war K. auf mehreren einschlägigen Plattformen aktiv, darunter auch „Alice in Wonderland“, eine Darknet-Seite, über die weltweit Missbrauchsbilder geteilt wurden, bevor sie vom Netz genommen wurde.

Die Ermittlungen gegen den 56-Jährigen liefen monatelang. Am 26. Januar 2025 schlugen Spezialkräfte zu. Sie trafen K. laut Staatsanwaltschaft „vollständig entkleidet vor dem PC“ an. Der Zugriff sei präzise geplant gewesen, um ihn in dem Moment zu erwischen, in dem er aktiv am offenen Rechner arbeitete. Ein Beamter der auf Kindesmissbrauch spezialisierten Einheit „FOKUS“ sagte vor Gericht: „Die Durchsuchungsmaßnahmen waren so geplant, dass wir ihn am offenen PC antreffen.“ Die Menge des sichergestellten Materials sei „sehr weit oben angesiedelt“.
Nach der Festnahme kam K. in Untersuchungshaft, wurde aber im Herbst unter Auflagen entlassen. Er erklärte, inzwischen an einer Sexualtherapie teilzunehmen. Der Prozess wird fortgesetzt. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe.
Erinnern wir daran, dass wir auch darüber geschrieben haben Frau in Leipzig zwischen zwei Straßenbahnen eingeklemmt.
