Brand-Erbisdorf – Die Polizei in Sachsen ermittelt gegen den Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Brand-Erbisdorf im Landkreis Mittelsachsen. Der 63-Jährige soll im Herbst bei einem Jagdausflug einen 20-Jährigen angeschossen haben. Der junge Mann erlitt eine schwere Schussverletzung und musste im Krankenhaus notoperiert werden. Der Vorfall ereignete sich in einem Waldgebiet südwestlich von Dresden. Die genauen Umstände klärt nun die Kriminalpolizei in Chemnitz. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf frankfurt-newsblog.de. Die Bilder wurden von der Website verwendet bild.de.
Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen Jagdunfall. Polizeisprecher Andrzej Rydzik (40) erklärte: „Nach bisherigem Ermittlungsstand löste sich auf einer Jagdkanzel ein Schuss, als der 63-Jährige den Ladezustand seiner Langwaffe kontrollierte.“ Das Projektil traf den 20-Jährigen schwer. Wie die „Freie Presse“ berichtete, befand sich der Oberbürgermeister auf der Kanzel, während der junge Mann am Fuß des Hochsitzes stand. Demnach hatte das Stadtoberhaupt den 20-Jährigen selbst zur Jagd eingeladen, es soll sich um einen Freund der Familie handeln.
Waffe sichergestellt, Jagderlaubnis entzogen
Nach dem Vorfall wurde die Tatwaffe sichergestellt. Auch die Waffenbesitzkarte des Oberbürgermeisters wurde eingezogen. „Es ist zutreffend, dass die Tatwaffe und meine Waffenbesitzkarte eingezogen wurden“, bestätigte Dr. Antonow auf Anfrage. Damit darf der frühere Vize-Chef des Chemnitzer Naturkundemuseums vorerst nicht mehr jagen. Der Unglücksort liegt in einem Waldstück im Landkreis Mittelsachsen, unweit von Brand-Erbisdorf, das zwischen Dresden und Chemnitz liegt.
Der Oberbürgermeister wählte selbst den Notruf. Der verletzte 20-Jährige wurde in das Krankenhaus Freiberg gebracht und dort operiert. Zu Details der Verletzung äußerte sich Dr. Antonow nicht. „Sie haben daher bitte Verständnis dafür, dass ich mich zu den angefragten Details nicht inhaltlich äußern werde“, erklärte er. Der Kommunalpolitiker ist seit 18 Jahren im Amt.


Ermittlungen laufen weiter
Auch Wochen nach dem Vorfall sind nicht alle Fragen geklärt. Die Polizei Sachsen teilte mit, dass weiterhin wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wird. Das Schussopfer konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Welche rechtlichen oder politischen Konsequenzen dem Oberbürgermeister drohen, ist derzeit offen. Die Ermittlungen dauern an.
Erinnern wir daran, früher haben wir berichtet: Großbrand in Zehdenick: Aldi und Rewe vor dem Abriss völlig zerstört.
