Traubing (Bayern) – Mit ihrer Zucht „Lakeview Labradors“ am Starnberger See galt Anja Striegel (53) als gefragte Hundeexpertin für prominente Kunden. Doch das Landratsamt Starnberg hat den Betrieb gestoppt und die Hunde abtransportieren lassen. Als Gründe nennt die Behörde Beschwerden aus der Nachbarschaft sowie eine fehlende Genehmigung für die Hundezucht. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion unter Bezugnahme auf bild.de.
Wie reagieren die Anwohner auf das harte Vorgehen? Und wie will die Züchterin nun weitermachen? Vor Ort in Traubing zeigt sich ein differenziertes Bild.
Nachbarn sehen Lage entspannter als die Behörde
Seit 2019 betreibt die Diplom-Betriebswirtin unweit des Starnberger See ihre eigene Zucht. Nachbarin Rosi W. (77) erinnert sich an einen holprigen Start: „Mir tut es leid für Anja. Anfangs gab es Konflikte.“ Sie spricht von Hundekot auf Wegen und nächtlichem Gebell. „Aber das hat sich gelegt. Zuletzt war alles in Ordnung.“
Auch andere Anwohner zeigen wenig Verständnis für die Maßnahme. Ein Nachbar bestätigt, dass es zu Beginn Probleme gab, die sich später beruhigten. Ein weiterer sagt nüchtern: „Anfangs gab es Gebell. Dann habe ich eben das Fenster zugemacht.“
Striegels Labradore gingen an bekannte Namen aus Sport und Wirtschaft, darunter Bundestrainer Julian Nagelsmann, Weltmeister Toni Kroos und der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Umso größer ist die Verwunderung über die massiven Vorwürfe zu Lärm und Verschmutzung. In der Siedlung heißt es, ein einzelner Nachbar habe die Züchterin immer wieder angezeigt.

Behörde verweist auf fehlende Genehmigung und Beschwerden
Das Landratsamt widerspricht dieser Darstellung. Man habe über Jahre zahlreiche Meldungen erhalten – auch bei der Gemeinde Tutzing – und von unterschiedlichen Beschwerdeführern. Zudem liege für das Areal lediglich eine Genehmigung für einen Baggerbetrieb vor. Eine Hundezucht sei dort nie erlaubt worden. Bereits 2020 sei die Nutzung untersagt worden, mehrfach habe man die Räumung angedroht. Schließlich holten Mitarbeiter des Veterinäramts, der Gemeinde und des Tierheims rund ein Dutzend Hunde ab.
Striegel weist den Vorwurf zurück, bewusst ohne Erlaubnis gehandelt zu haben. „Ich habe die Nutzung als Hundezucht natürlich beantragt, es gab aber nie eine Genehmigung. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagt sie. Früher habe es dort einen Baggerbetrieb gegeben, aktuell entstehe ein DHL-Standort. „Da sind meine Hunde sicher nicht lauter.“
Nach eigenen Angaben habe sie ihre Zucht wegen der fehlenden Genehmigung längst auf „Hobby-Größe“ reduziert. Zudem gebe es mitten im Ort, in einem Wohngebiet, eine weitere Hundezucht. „Warum wird es hier untersagt?“, fragt Striegel und vermutet eine persönliche Fehde eines einzelnen Nachbarn.
Die beschlagnahmten Hunde wurden auf Pflegefamilien verteilt. Eigentümerin bleibt Striegel, allerdings müsse sie laut Behörde die „illegale Hundezucht beenden“. Die Züchterin denkt dennoch an einen Neustart. Sie sucht einen neuen Standort und sagt: „Es ist schwer, aber hier will ich nicht bleiben.“
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