Die internationale Filmwelt trauert um einen ganz Großen: Der Schweizer Filmproduzent Arthur Cohn ist im Alter von 98 Jahren nach kurzer Krankheit im Kreis seiner Familie in Jerusalem verstorben. Die Nachricht wurde von mehreren seriösen Medien bestätigt. Cohn gilt als einer der prägendsten Produzenten des 20. und 21. Jahrhunderts – ein Mann, dessen Werk weit über Hollywood hinaus Bedeutung hatte. Das Material wurde von der vollveggie.de-Redaktion.
Ein Leben fürs Kino
Arthur Cohn wurde in Basel in eine jüdische Familie hineingeboren, die sich stark gesellschaftlich engagierte. Die Eindrücke der Kriegsjahre prägten sein Weltbild nachhaltig. Für Cohn war Film nie bloß Unterhaltung – vielmehr verstand er Kino als moralisches und humanistisches Instrument. In zahlreichen Interviews betonte er, dass ihn stets die Menschlichkeit einer Geschichte mehr interessierte als Effekte oder große Namen.
Produzent mit Haltung
Cohn galt als Produzent mit Rückgrat. Er begleitete Filmprojekte über Jahre hinweg, verteidigte sie gegen Widerstände und war oft an unbequemen, politisch aufgeladenen Themen interessiert. Seine Filme bewegten sich jenseits des Mainstreams – unbequem, herausfordernd und oft von bleibender Wirkung. Er finanzierte nicht nur, er entwickelte mit, strukturierte mit – und kämpfte für jede Zeile Drehbuch, an die er glaubte.
Die bekanntesten Filme von Arthur Cohn
Cohns Werk umfasst zahlreiche preisgekrönte Produktionen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen unter anderem:
- Der Garten der Finzi Contini (1970)
- Die Kinder des Monsieur Mathieu (2004)
- Nur Himmel und Dreck (1960)
- American Dream (1990)
- Ein Tag im September (1999)
- Sehnsucht nach Afrika (1977)
- Gefährliche Züge (1985)
Diese Filme zeichnen sich durch ihre emotionale Tiefe, ihre historische Relevanz und ihre moralische Dringlichkeit aus.
Eine Oscar-Bilanz der Extraklasse
Mit sechs Oscar-prämierten Produktionen gehört Arthur Cohn zu den erfolgreichsten Produzenten der Filmgeschichte. Drei Auszeichnungen erhielt er für Dokumentarfilme, drei weitere für den besten fremdsprachigen Film. Auch wenn die Trophäen formal dem einreichenden Land und dem Film zugeschrieben werden, war Cohns Einfluss auf den Erfolg zentral.
| Film | Jahr | Kategorie |
|---|---|---|
| Der Garten der Finzi Contini | 1972 | Bester fremdsprachiger Film |
| Sehnsucht nach Afrika | 1977 | Bester fremdsprachiger Film |
| Gefährliche Züge | 1985 | Bester fremdsprachiger Film |
| Nur Himmel und Dreck | 1960 | Bester Dokumentarfilm |
| American Dream | 1990 | Bester Dokumentarfilm |
| Ein Tag im September | 1999 | Bester Dokumentarfilm |
Förderer neuer Talente
Arthur Cohn war nicht nur ein Chronist der Gegenwart, sondern auch ein Entdecker. Er erkannte früh das Potenzial von Schauspielerin Kristen Stewart und besetzte sie in Das gelbe Segel – noch bevor sie mit der Twilight-Reihe weltberühmt wurde. Auch darüber hinaus unterstützte er Talente, deren Projekte abseits des kommerziellen Interesses lagen.
Engagement jenseits des Films
Neben seiner Tätigkeit als Produzent engagierte sich Cohn in zahlreichen humanitären Projekten. Er war in politische Dialoge rund um den Nahostkonflikt involviert und setzte sich für das jüdische Leben in der Schweiz ein. 2019 wurde er in Berlin von der Cinema for Peace-Stiftung für sein Lebenswerk geehrt. Zudem war er mehrfacher Ehrendoktor und Träger des französischen Ordens Commandeur des Arts et des Lettres.

Todesursache und Abschied
Arthur Cohn starb nach kurzer Krankheit in Jerusalem. Die Beerdigung findet im engsten Familien- und Freundeskreis statt und wird laut Bild live auf YouTube übertragen. Cohn hinterlässt fünf Kinder, acht Enkel und einen Bruder. Sein Tod bedeutet nicht nur einen Verlust für die Filmwelt, sondern auch für all jene, die Kino als moralische Verantwortung begreifen.
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